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Gedenken & Nachruf - Joachim Jaeger, Propst i. R.

Mittwoch, 22. April 2026, 16:22 Uhr
Wir gedenken des vor wenigen Tagen verstorbenen Propstes i. R. Joachim Jaeger in tiefer Anteilnahme. Er war als Pfarrer, Superintendent und Propst in unserer Region durch sein einfühlsames, seelsorgerliches Handeln in den Kirchengemeinden und in der Stadt Nordhausen beliebt und als unermüdlicher Brückenbauer geschätzt.

Joachim Jaeger war eine Stimme der Vernunft, der Menschlichkeit und des Versöhnungswillens. Sein Leben zeigt, wie Glaube und Verantwortung in Kirche, Politik und Gesellschaft miteinander verwoben sind, auch in Zeiten des Wandels.

Im Dienst der Kirche


Stationen seines kirchlichen Dienstes führten ihn von 1977 bis 1994 nach Nordhausen, wo er als Superintendent des damaligen Kirchenkreises Nordhausen-Ilfeld, als Pfarrer an der Altendorfer Kirche in Nordhausen und als Propst des Propstsprengels Südharz tätig war. 1994 wurde er zum Propst des Propstsprengels Erfurt (1994–2000) berufen und hatte die Pfarrstelle der Augustinergemeinde Erfurt inne.

Versöhnung, Dialog, Weitsicht


Mit seiner klaren Haltung für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung gab er vielen Menschen Orientierung und Mut, sich in das gesellschaftliche Miteinander einzubringen. Als Theologe vermittelte er in DDR-Zeiten zwischen Kirche und Staat. Sein Einsatz in der DDR-Vorwendezeit war von dem Anspruch getragen, für demokratische Wahlen einzustehen.
Nach der politischen Wende hat er als Moderator des Nordhäuser Runden Tisches maßgeblich den Dialog geprägt und die Gesellschaft mitgestaltet. Sein Engagement trug dazu bei, Vertrauen zu schaffen und Wege des Zusammenwachsens zu ermöglichen.

Für seine Verdienste wurde er 1992 durch den Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2009 ernannte ihn die damalige Oberbürgermeisterin Barbara Rinke zum Ehrenbürger der Stadt Nordhausen.

Sein Wirken war von Beständigkeit und Weitsicht geprägt: Er begleitete nach der Wiedervereinigung das Zusammenwachsen der Gustav-Adolf-Werke in Ost und West und setzte sich für eine nachhaltige Unterstützung der GAW-Partnerkirchen ein. Seine klare Haltung, sein Glaube und seine Verkündigung bildeten den Grundstein seines Lebens und Wirkens in Kirche, Politik und Gesellschaft.

Wir sprechen seiner Familie sowie allen, die ihn schätzten, unser tiefempfundenes Mitgefühl aus. Möge sein Vermächtnis des Dialogs, der Vernetzung und der Nächstenliebe weiterwirken und die Menschen in Nordhausen und darüber hinaus inspirieren, friedlich die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen mitzugestalten.

Andreas Schwarze, Superintendent
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